Fressen und gefressen werden

Ein literarisch-musikalischer Abend über Lust, Genuss und andere menschliches Bedürfnisse

BESETZUNG 

Isabella Leicht
Foto: Petra Lernhart
Annette Rießner
Foto: Sabine Jakobs

INFO 

Dauer: ca. 120 Min. (inkl. Pause) 
Altersempfehlung: ab 12 Jahren 
Premiere: DI 08.12.2026 

Mitwirkende

Isabella Leicht
Darstellerin, Isabella

Annette Rießner
Darstellerin, Annette

Hier findet ihr noch mehr über unsere Künstler:innen 

Eine Schauspielerin und eine Akkordeonistin servieren einen genussvollen Abend voller Wortwitz, Musik und sinnlicher Geschichten über Essen, Begehren und menschliche Abgründe. Doch plötzlich gerät der geplante Ablauf ins Wanken – die Künstlerinnen improvisieren, reagieren aufeinander – und auf das Publikum. Themen verschieben sich, es geht um Leben und Tod, historische Kuriositäten und verbotene Genüsse. Das Publikum wird Zeuge eines einzigartigen Abends – charmant, überraschend und garantiert frei von Allergenen und Zusatzstoffen.

GALERIE 

REZENSIONEN 

Augsburger Allgemeine
Von Uschi Nagl, 28. September 26

Zwischen Smartie, Spargel und Schokotrüffeln: Ein genussvoller Musikkabarett-Abend

Annette Rießner und Isabella Leicht begeistern das Publikum im Craftbräu in Dießen mit „Fressen und gefressen werden“. (...)

Welch ein Glück, dass sich Akkordeonistin Annette Rießner gleich in der ersten Szene an einem Smartie verschluckte und hinter der Bühne vermeintlich und geräuschvoll um ihr Leben rang, welches dank der Dr.-Heimlich-Methode glücklicherweise noch gerettet werden konnte. So kam es, dass nicht die sich nun hartnäckig räuspernde Musikerin die ausgewählten Texte vortragen durfte, sondern ihre Bühnenpartnerin, die Schauspielerin Isabell Leicht, die ursprünglich – so erzählt es das kleine charmanten Theaterstück„Fressen und gefressen werden“ – eigentlich Akkordeon spielen wollte. Ein Rollentausch, der sich durchaus als Vorteil erwies.

Los ging es mit Karl Valentins musikalischem Rezept in Reimform „Der russische Salat“. Eine Zutatenliste, bei der einem das Wasser nicht im Munde zusammenlief: Neben drei Pfund Rindfleisch werden darin auch fein geschnittene Hausschuhsohlen, „Wadenschmier und Glaspapier“ sowie natürlich zwei junge weiße Mäuse und allerlei weitere Zutaten verarbeitet. Mit großer Spielfreude widmeten sich die beiden Künstlerinnen auf der kleinen Craftbräu-Bühne dem Thema Essen und Trinken. Die Texte hatte die Drehbuchautorin Isabell Leicht gesammelt oder selbst geschrieben, die passende Musik suchte Annette Rießner aus. Gemeinsam arrangierten und inszenierten sie das Programm. Das Ergebnis sprengte letztlich den Rahmen des HeimatvereinFormats der „Hauskonzerte“ und verlangte geradezu nach einer Bühne, auf der man das Stück bald wiedersehen möchte.

Vorerst schenkten die beiden Künstlerinnen ihrem Publikum zwei gut besuchte MusikkabarettAbende voller Wortwitz, Musik und sinnlicher Geschichten über Essen, Begehren und menschliche

Abgründe. Ganz gleich, ob sich John F. Kennedy und Marilyn Monroe zum Akkordeonsound von „Rhapsody in Blue“ über eine Geburtstagstorte hermachten oder Rezepte für Aphrodisiaka verraten wurden. „Wenn beneidenswertes Alter den ehelichen Knoten löst, dann ist der Genuss von Pilzen und mehr noch von Schalotten geboten“, zitierte Annette Rießner. Wie schön, dass das Publikum statt Pilzen und Schalotten Schokotrüffel-Pralinen nach einem Rezept von Gwyneth Paltrow mit Kokosöl und Kakaonibs gereicht bekam.

Unerschrocken wurden auch Tabus angesprochen – etwa die Frage, ob es legitim sei, Fleisch zu essen, und wenn ja, warum dann keine Hunde? Aus dem Thema „Spargel und Urin“ konnte sich Annette Rießner nur mit dem Frühlingslied der Comedian Harmonists „Veronika, der Lenz ist da“ retten. Und da das Thema Essen aus möglichst vielen Blickwinkeln beleuchtet werden sollte, durfte auch der Aspekt der Henkersmahlzeit nicht fehlen.

Doch selbst Schwerverdauliches lag dank Rießners wunderbarem Akkordeonspiel und dem Charme von Isabell Leicht nicht allzu schwer im Magen. Und selbstverständlich konnte man immer wieder staunen, wie viele Redensarten sich um die Themen Essen und Trinken ranken: Man ist, was man isst. Fressen und gefressen werden. Liebe geht durch den Magen. Essen hält Leib und Seele zusammen. Iss, was gar ist, trink, was klar ist, sag, was wahr ist. Viele Köche verderben den Brei.

Hunger ist der beste Koch – und viele, viele mehr.

Und weil der Abend so schön war und Wein und Bier die Stimmung beflügelten, sang das Publikum zum Schluss Udo Jürgens‘ Evergreen „Griechischer Wein“ aus voller Kehle mit.

ALLE TERMINE 

Aufführung: DI 08.12.2026, 19:30 Uhr 
Aufführung: SA 16.01.2027, 19:30 Uhr 

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