hoftheater im Stemmerhof  Münchens neue Bühne

EIN KUSS – ANTONIO LIGABUE

Preisgekröntes Einpersonenstück von Mario Perrotta

Deutsch von Gabriela Zehnder

Foto: Jean-Daniel von Lerber

BESETZUNG 

Foto: Urban Ruths

INFO 

Dauer: ca. 75 Min. 
Altersempfehlung: ab 12 Jahren 
Premiere: 09.09.2021 

Besetzung
Marco Michel

Inszenierung
Mario Perrotta

Aufführungsrechte
Société Suisse des Auteurs, Lausanne

Produktion
Teatro dell’Argine di Bologna, Marco Michel

EIN KUSS – ANTONIO LIGABUE eröffnet das Hoftheater München.

Dieses mitreißende Einpersonenstück erzählt vom Leben des lange verkannten, ausgegrenzten und verspotteten schweizerisch-italienischen Malers Antonio Ligabue (1899 – 1965). Statt an seinem Schicksal zu zerbrechen, schuf Ligabue sein eigenes Universum aus Bildern und Plastiken. Seine Arbeiten, die ihm inzwischen in der Schweiz wie in Italien den Nimbus eines lokalen van Goghs eingebracht haben, zeugen von einer gewaltigen Kraft und Tiefe.

Der Schweizer Schauspieler Marco Michel lässt uns mit ungewöhnlichen Mitteln eintauchen in Ligabues Leben: Vor den Augen des Publikums entstehen großformatige Kohlezeichnungen von Menschen und Landschaften, mit denen er in Dialog tritt. Wie Antonio Ligabue in seinem Leben, so erschafft sich auch Marco Michel auf der Bühne immer wieder ein neues Gegenüber – denn nur über seine Kunst konnte Ligabue eine Brücke zur Außenwelt schlagen und mit ihr kommunizieren.

Die Themen Ausgrenzung, Wahnsinn und Isolation werden unmittelbar erleb- und spürbar. Dies trägt zur Entstigmatisierung psychisch beeinträchtigter Menschen bei und hilft bei der Verständigung über kulturelle, religiöse und soziale Grenzen hinweg.

Über 50 gefeierte Vorstellungen in der Schweiz. Für Deutschland und Österreich eine Neuentdeckung. Am 7. November 2019 war EIN KUSS bei den Heidelberger Theatertagen zu sehen.

2018 wurde Marco Michel mit A KISS – ANTONIO LIGABUE in New York vom größten Festival für Einpersonenstücke, dem United Solo Festival, als “Best International One-Man-Show” ausgezeichnet.

En suite ist EIN KUSS – ANTONIO LIGABUE nun zum ersten Mal im September und Oktober 2021 im Hoftheater München zu sehen.

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GALERIE 

REZENSIONEN 

Abendzeitung München, 11.09.2021, Mathias Hejny
"EIN KUSS" im Hoftheater: Mitreißender Bewusstseinsstrom 

"EIN KUSS – ANTONIO LIGABUE" ist zwar einige Jahre alt und wurde schon 2018 in New York als das beste internationale Solostück des Jahres ausgezeichnet, aber das Hoftheater im Stemmerhof setzt damit gleich bei seiner Eröffnung eine starke Marke, die die Messlatte für den Rest der soeben begonnenen Spielzeit hoch legt. Der Eins-Neunzig-Mann sprengt fast das neue 99-Plätze-Haus in der Plinganserstraße mit schierer physischer Präsenz und macht dennoch nie zu viel Theater.

Packend und pathosfrei erzählt.

Tageszeitung München, 10.09.2021, Katrin Basaran
Brillant: Multitalent Marco Michel (36) als Antonio Ligabue im Hoftheater

Immer wieder wird dieser besondere Mensch belächelt. Doch – und auch das berührt auf seltsame Art – er verbiegt sich nie, ist lieber allein, als angepasst. 
Wir schließen uns den Worten von Gerd Silberbauer (68, Soko München) an: „Selten so was Gutes gesehen.“

Kultur in München (KiM), 10.09.2021, Ludwig Stadler 
Grandios, glaubhaft und authentisch

Michel spielt […] grandios, glaubhaft und authentisch.  Besonders faszinierend und das absolute Alleinstellungsmerkmal der Inszenierung: die Live-Zeichnungen mit dem Kohlestift. Marco Michel zeichnet mehrfach zu den Lebensstationen auf der Bühne Gesichter, Landschaften und sich entwickelnde Figuren, während er spielt und spricht. Das entstehende Bild ist dabei zeichnerisch auf wirklich beeindruckendem Niveau und passt sich wunderbar dem jeweiligen Szenario an, auf die Emotion abgestimmt.

Am Ende wird Michel zurecht beklatscht. Eine starke Leistung eines fesselnden Stückes in cleverer Einbindung mehrerer Kunstformen. Sicher keine leichte Kost, aber ein eindrucksvoller Start für das Hoftheater in München.

Allgäuer Zeitung, 18.06.2021, Christoph Pfister
Zwischen Wahn und Sinn – Allerfeinste Schauspielkunst. Weltklasse.

Emotionale Ausbrüche, Selbstzweifel, Sehnsüchte, Flucht in eigene, in imaginäre Welten, Zerrissenheit: Der Schweizer Schauspieler zeigt sie mit vollem Körpereinsatz, mit Schweiß, mit Tränen, geht an die physischen Grenzen eines Darstellers. Leidenschaft bekommt hier seine wörtliche Bedeutung. (...)
Vom ersten Satz an nimmt er seine Zuseher mit in abartige Welten, lässt sie mitfühlen, mitleiden. In großen Monologen, in fiktiven Dialogen mit imaginären Begleitern, charakterisiert durch fließende Wechsel zwischen Hochdeutsch, Schwyzerdütsch und Italienisch. Es ist schier nicht möglich, sich dem auf den Bühnenbrettern in all seinen Facetten gelebten Antonio Ligabue zu entziehen: Marco Michel hält für 75 Minuten sein Publikum in einzigartiger Spannung, das tatsächlich vorbildlich konzentriert dem Drama erster Güte folgt. Mit einem dutzend herzlichen Vorhängen belohnt.

Die Regie durch den Autor selbst (...) setzt vor allem auf die Kraft des einzigen Darstellers. Die bringt Marco Michel in einer Perfektion, in einer Glaubwürdigkeit, in explodierenden Farben und nimmermüder Aussagekraft auf die Bretter. Schafft selbst Bühnenbilder und Dramaturgie durch Kohlezeichnungen, die für sich besehen eigenständiges Kunstschaffen sind, vor allem aber in der ständigen Ergänzung und Weiterführung einzigartige Kraft und Wirkung ausstrahlen. Allerfeinste Schauspielkunst. Weltklasse.

Theaterverein Heidelberg, 10.11.2019
Intensiv, aufrührend und eindringlich

Marco Michels Auftritt als Antonio Ligabue ist intensiv, aufrührend und eindringlich. Die Bilder, die er live auf der Bühne zeichnet, sind nicht nur reine Kulisse – er malt Atmosphäre!
Seine Kohlezeichnungen sind die eindrucksvolle Verkörperung der Charaktere, die ihn ausstoßen und beleidigen. Sie sprechen durch ihn und seine Bilder, sie engen ihn ein und grenzen ihn aus, und das Publikum wird ein Teil dieser Ausgrenzung. Wir, die Gesellschaft, sitzen auf der einen Seite und starren neugierig auf jenen, der anders ist wie auf ein wildes Tier im Wald. Dann hält uns der Protagonist einen Spiegel vor, blendet uns und zwingt uns den Blick abzuwenden, um dann eine andere Perspektive einzunehmen und den Ausgegrenzten wahrzunehmen.
»Gibst du mir einen Kuss?« fragt der Protagonist im Laufe des Stückes immer wieder. Für den jungen Anton ist die Frage ein Ruf nach mütterlicher Zuneigung, für den erwachsenen Antonio steht sie für die Sehnsucht nach Akzeptanz und vielleicht auch romantischer Liebe. Ungeachtet seines Alters bittet der Protagonist jedoch auch nach der Anerkennung seiner Menschlichkeit, welche die Gesellschaft ihm verweigert.

Tabularasa, 10.09.2021, Annette Zierer
Standing Ovations

Standing Ovations bekam der Schweizer Schauspieler Marco Michel für sein Stück, das in New York vom United Solo Festival bereits als „Best international One-Man-Show“ ausgezeichnet wurde, von seinen zahlreichen Schauspielkollegen wie Ursula Buschhorn, Janina Hartwig, Peter Kremer, Diana Körner, Timothy Peach und Nicola Tiggeler. […] Das brillante Stück steht noch eine Weile auf dem Spielplan des Hoftheater München. 

Woman Around Town, 25.11.2019 (New York City)
Heart-rending

Ligabue (Marco Michel) enters the room like a hunted man, cowering, panting, sweating. There’s no fourth wall. His eyes blaze and dart. […] Ligabue takes off his jacket and tie. Clothes are loose, wrinkled, khakis smeared with charcoal. Three talls panels on wheels revolve to brown drawing paper. He picks up chalk and starts to draw. “I’ve had no luck, no luck…”
For a taut 75 minutes, the tortured soul tells us about his life while drawing some of it. The artist rubs a cheek on the portrait of his adoptive mother, streaking his own with charcoal. He bends, or rather folds, to communicate with unresponsive art, intermittently ripping off and discarding a page in frustration.
He’s wretched, kinetic, pleading. […] Every muscle in the actor’s body seems controlled by emotion. Arms periodically flail. He hits his forehead. Again and again the character counts and asks for a kiss. Helplessness tears at him. Anger erupts. […] “No one can heal me…”
Gut wrenching performance. Masterful Direction. Immersive writing.

Sarganserländer, 10.11.2014 (nach der Premiere)
Schmerz des Kusses, der ausbleibt

Schauspieler Marco Michel hat das Schicksal des Künstlers Antonio Ligabue in selten erlebter Intensität auf die Bühne gebracht. […] Über 70 Minuten Monolog und keine Sekunde langweilig. Das ist der großartigen Leistung des erst 30-jährigen Bühnenkünstlers Marco Michel zu verdanken, der das Publikum vom ersten Wort weg fesselt. […] Doch Michel erzählt nicht nur, er zeichnet auch, buchstäblich. Auf drei Tafeln entwirft er immer wieder aufs Neue aus der Dramatik der Situation heraus Bilder jener Personen, die sein Leben prägten. […] Michel gelingt es dabei, durch seine künstlerische Expression die innere Zerrissenheit des Kindes, des Mannes und Künstlers spürbar zu machen.

ALLE TERMINE 

Aufführung: DO 09.12.2021, 19:30 Uhr 
Aufführung: FR 10.12.2021, 19:30 Uhr 
Aufführung: SA 11.12.2021, 19:30 Uhr 
Aufführung: SO 12.12.2021, 19:30 Uhr 

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