hoftheater im Stemmerhof  Münchens neue Bühne
Diana Körner
Foto: Barbara Volkmer
Dieter Gring
Foto: Frank Böhle
Bianca Farthofer
Foto: Ernest Stierschneider
Meimouna Coffi
Foto: Sonia Bartucelli

INFO 

Dauer: ca. 120 Min. (inkl. Pause) 
Premiere: 28. März 2023 

Besetzung

Diana Körner
Schwester Aloysius

Dieter Gring
Vater Flynn

Bianca Farthofer
Schwester James

Meimouna Coffi
Mrs. Muller

Peter Kühn
Inszenierung

Steven Koop
Bühnenbild & Kostüm

Aufführungsrechte: Galissas

Eine Produktion des Fritz Rémond Theaters Frankfurt

Schwester Aloysius leitet despotisch eine kirchliche Schule, an der der sympathische und beliebte Vater Flynn als Lehrer arbeitet. Mit seinen modernen Ansichten ist er der Schulleiterin ein Dorn im Auge. Als die junge und naïve Schwester James, die ebenfalls dort unterrichtet, ihr von Flynns freundschaftlichem Umgang mit dem farbigen Schüler Donald Muller berichtet, ist ihr Misstrauen geweckt. Obwohl ihr Beweise fehlen, bezichtigt Schwester Aloysius Vater Flynn des Missbrauchs. Er streitet alles ab, sie sucht obsessiv nach Hinweisen. Zwischen beiden hin- und hergerissen befindet sich die leicht zu verunsichernde Schwester James, die nach und nach zum Spielball in einem erbitterten Kampf um die „Wahrheit“ wird. „Doubt“ (so der Originaltitel) feierte im Jahr 2005 sensationelle Erfolge am Broadway.

Das Stück erhielt neben zahllosen weiteren Auszeichnungen den renommierten Pulitzer Preis und den Tony Award. Zweifel ist ein Stück von heute. Es ist ein Stück über Rassenproblematik und Bildungsmisere, über Gleichberechtigung und den Kampf der Geschlechter. Es ist ein Stück über Homosexualität und Homophobie. Über den Missbrauch Schutzbefohlener, über Misstrauen und blindes Vertrauen. Ganz sicher ein Stück über die Kirche und auch über die Welt nach dem 11. September. Die geradezu inquisitorische Art und Weise, mit der Schwester Aloysius ihren einmal geschöpften, äußerst vagen Verdacht verfolgt, ihn schließlich „bestätigt“ sieht und in Konsequenzen münden lässt, erinnert auch an den Verlust bürgerlicher Freiheiten und rechtsstaatlicher Garantien im vorgeblichen Kampf gegen den Terror. In jedem Fall hat John Patrick Shanley mit seinen Fragen über den Umgang mit Verdacht, Schuld und Verurteilung ein intelligentes und provokantes Stück vorgelegt.

GALERIE 

REZENSIONEN 

Frankfurter Rundschau, 30.3.2019

Einen hochemotionalen Abend bietet jetzt das Frankfurter Fritz Rémond Theater. Nahtlos wird der Besucher vermutlich, nein garantiert in Privatdiskussionen übergehen. Das Theater hat einen Lauf, was die Auswahl und die Durchführung betrifft.

Shanley entspinnt das nun als klassisches angloamerikanisches Konversationsstück[…] hier getragen von einem vorzüglichen Ensemble unter der Regie von Peter Kühn.

rger Allgemeine Zeitung (Nördlingen), 18.10.2021, Toni Kutscherauer
Spannung pur – durchwegs gelungene Inszenierung

 
Die durchwegs gelungene Inszenierung versetzt das Geschehen in die bessere englische Gesellschaft zur Zeit der Originalvorlage zurück, als Fotos noch schwarz-weiß waren, Telefone Wählscheiben hatten und Strümpfe mit Stopfgarn geflickt wurden. … Da die Geschichte in London spielt, ist es nur konsequent, dass das Stück mit reichlich britischem Humor gewürzt ist – etwa wenn Sheila „der schönste Nervenzusammenbruch“ versprochen wird. Oder wenn Krimi-Autor Max, um seine Geliebte vor dem Strang zu retten, eine irrwitzige Version des Tathergangs ausheckt – die sich am Ende als wahr erweist. Bei den Schauspielern setzt Michel Guillaume als raffinerter und kaltherziger Parvenü starke Akzente … Den beeindruckendsten Auftritt liefert der präsente Stefan Rehberg als mit allen Wassern gewaschener Inspector ab, der mit letztem Einsatz so lange nachbohrt, bis die Gerechtigkeit obsiegt. Weil die Zuschauer den handelnen Personen immer einen Schritt voraus sind, das gute Ende jedoch lange nicht in Sicht ist, bleibt die Spannung im Klösterle bis zur letzten Szene erhalten. Erst nachdem Inspector Hubbard das letzte Puzzle-Teil in Gestalt eines kleinen Schlüssels gefunden hat, werden die Darsteller mit mehreren Vorhängen und reichlich Applaus verabschiedet.
Es ist also Spannung pur, die Regisseur Stefan Zimmermann für das Münchner a.gon Theater auf die Bühne des Klösterles bringt. 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1.4.2019

Die aus zahllosen Fernsehrollen bekannte Diana Körner beherrscht als bis zum bitteren Ende kämpfende Schwester Aloysius die Bühne, grandios anzusehen in ihrer maßlosen Überzeugung, den Richtigen zu verfolgen.

Einfache Antworten gibt es nicht. Das macht dieses Stück so sehenswert.

FNP, 30.3.2019

Auch wenn Dieter Gring den vergleichsweise weltlichen und nahbaren Vater Flynn spielt, macht er keinen Sunnyboy aus ihm. Vielmehr zeigt er eine Figur, aus der durchaus eine innerliche menschliche Zerissenheit aufblitzt.

Schön auch Julia Kemp als junge idealistische Schwester James […].

Am Ende der Frankfurter Premiere gab es begeisterten Beifall für eine intensive Inszenierung.

Offenbach Post, 2.4.2019

In Zeiten von „MeToo“ und Missbrauchsskandalen in der Kirche, ist klar: Wegsehen ist der falsche Weg, unüberlegtes Denunzieren aber auch. Das von Peter Kühn kammerspielartig und bis zum Bühnenbild schnörkellos inszenierte Stück macht deutlich: So schwarz-weiß wie Schwester Aloysius die Welt sieht, ist sie nicht.

ALLE TERMINE 

Aufführung: DI 28.03.2023, 19:30 Uhr 
Aufführung: MI 29.03.2023, 19:30 Uhr 
Aufführung: DO 30.03.2023, 19:30 Uhr 
Aufführung: FR 31.03.2023, 19:30 Uhr 
Aufführung: SA 01.04.2023, 19:30 Uhr 
Aufführung: SO 02.04.2023, 18:00 Uhr 

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